EU
Der letzte Sommer 2016 in Südost-Europa war gekennzeichnet durch intensive Hitzewellen vor allem in Ländern wie Bulgarien und Rumänien. Die Produktion der Sonnenblumenkerne wurde von diesen außergewöhnlichen Sommerbedingungen stark beeinflusst.
Nach laufenden Schätzungen der USDA wird die Anbaufläche der Europäischen Union für Sonnenblumen in der Vegetationsperiode 2017 im Vergleich zum Vorjahr zunehmen. Vor allem in den Hauptanbauländern wie Bulgarien, Frankreich, Rumänien, Ungarn, Italien, Deutschland, Portugal und Slowakei kann man diesen Anstieg sehen.
Der Anbau von Sonnenblumen ist für die Bauern auf Grund einer guten Nachfrage aus dem Bereich der Ölherstellung sehr profitabel. Die Situation wird noch zusätzlich durch die guten und stabilen Hektarerträge positiv beeinflusst.

In Erwartung von günstigen Wetterbedingungen wird im Vergleich zum Vorjahr laut der EU Vorschau die Produktion von Sonnenblumenkernen schätzungsweise um ca. 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr ansteigen. Durch die Neueinsaat von ehemaligen Rapsanbauflächen wird noch zusätzlich die Sonnenblumenanpflanzung gesteigert. Dieses Ergebnis kann man am Exportwachstum sowie in der nach wie vor starken Raffinierung sehen. Laut Prognose soll der Sonnenblumenöl-Bestand in den meisten EU Mitgliedsstaaten gleich bleiben, wenn nicht sogar steigen. Man erwartet eine Reduzierung des Lagerbestands um 1 – 2 %.
Bulgarien
Ungewöhnlich heißes und trockenes Wetter hatte während der letzten Saison 2016 einen negativen Einfluss auf die Sonnenblumenerträge. Gleichzeitig musste sich Bulgarien mit dem kältesten Winter der letzten 40 Jahre auseinandersetzen. So fielen die Temperaturen im Januar auf – 25 °C.
Im Februar gab es wärmeres Wetter, gefolgt von Regenfällen im März, welche zu einer für die Aussaat von Sonnenblumen günstigen Bodenfeuchte führte. Die Rapssaat in Rumänien und Bulgarien wurde vom Frost während der Wintermonate zerstört und es ist offensichtlich, dass diese Sonnenblumenkern-Ernte nicht ersetzt werden kann bzw. sich wieder regenerieren kann.

Hinsichtlich der Sonnenblumenkern-Ernte in 2017 erwarten wir einen leichten Anstieg der Anbaufläche von 760 THektar in 2016 auf ca. 775 THektar, da die Bauern auf ihren ehemaligen Rapsfeldern im Frühjahr hauptsächlich Sonnenblumen ausgesät haben. Auf Grund von günstigen Wetterbedingungen im Frühjahr haben die Bauern dieses Jahr früher mit der Aussaat begonnen. Wir erwarten, dass die Produktion sich durch die Ernteerträge um mehr als ca. 3 % steigern wird, falls es bei diesen günstigen Wetterbedingungen bleibt.


Ungarn erzielte in der Vorjahressaison eine Rekordernte von 2,9 MT pro Hektar und erwartet ein Senkung bzw. eine Normalisierung auf 2,7 MT pro Hektar für die Ernte 2017. Für die Länder, die von dem heißen Klima im letzten Jahr betroffen waren (Bulgarien, Frankreich, Rumänien und Spanien), wird eine Erholung des Ernteertrags erwartet.
Rumänien
In Rumänien wurden die Zahlen der Kernproduktion, ähnlich wie in Bulgarien, nach unten revidiert. Der Grund hierfür ist der heiße Sommer und der Wassermangel während der letzten Sonnenblumenkern-Ernte. Dank der erweiterten Sonnenblumenanbauflächen wird es zu einem Produktionsanstieg kommen.
Im Gegensatz zur Ernte 2016 mit einer Anbaufläche von ca. 1 Mio. Hektar wird die Fläche sich in 2017 auf 1,075 Mio. Hektar erhöhen. Der durchschnittliche Ertrag bleibt jedoch wie im Vorjahr auf einem konstanten Level von 1,8 MT pro Hektar. Somit wird für die Ernte 2017 eine Produktion von insgesamt 1,93 Mio. MT prognostiziert. Ähnlich gute Wetterbedingungen im Frühling wie in Bulgarien haben die Bodenfeuchtigkeit um einiges verbessert.
Die Anpflanzung von High Oleic Sonnenblumen wird voraussichtlich unter 100.000 Hektar fallen, da durch das höhere Preisniveau nicht die letztjährigen niedrigeren Produktionserträge ausgeglichen werden konnten. Für die neue Saison wird mit einem leichten Anstieg auf 338.000 MT für die Ölproduktion gerechnet. 90% dieser Produktion wird im Lebensmittelbereich verwendet.
Weniger profitable Margen bei der Raffinierung wegen des heftigen Wettbewerbs auf den Märkten der Schwarzmeer-Anrainer führten zu einer stärkeren Fokussierung auf den Export von Sonnenblumenkernen in die EU-Staaten. Die Menge an verwertbaren Sonnenblumenkernen für die Ölproduktion ist höher als die tatsächliche Kapazität zur Verarbeitung. Dennoch wird zehn Prozent mehr Ware erwartet.
Ukraine
Die Produktion der Sonnenblumenkerne wird sich voraussichtlich um ca. 18 % vermindern auf insgesamt 11,2 Mio. MT. im Vergleich zur Vorjahressaison 16/17 mit einem außergewöhnlich hohen Ergebnis von 13,7 Mio. MT. Es wird eine Verminderung der Anbaufläche geben, d.h. die im vorherigen Jahr bebauten 6000 Hektar werden sich auf 5200 Hektar verringern. Der Ernteertrag in 2017 wird knapp über dem 5-Jahresdurchschnitt von ca. 2,22 MT pro Hektar eingeschätzt.
Anfang Mai waren 65 % der Sonnenblumenfelder, also 3490 THektar, eingesät. Dies ist zu gegebenen Zeitpunkt ein Defizit von ca. 3 – 4 % im Vergleich zum Vorjahr.
Um die geringere Aussaat von Sonnenblumenkernen zu kompensieren, wurden 19 % mehr Sojabohnen gepflanzt. Fast die gesamte Ölproduktion fand in den letzten 10 Jahren im Inland statt. Der Exportzoll für Sonnenblumenkerne bleibt nach wie bei 16 % und dies wird somit bei der kommenden Ernte das Raffinationsvolumen nicht verändern. Der Ertrag der gesamten Sonnenblumenkern-Ernte wird sich trotz der reduzierten geschätzten Produktion auf ca. 10,9 Mio. MT belaufen.
Moldawien
Es wurden gute Bedingungen für das Anpflanzen von Sonnenblumen beobachtet. Es werden keine Veränderungen in der Größe der Anbaufläche erwartet. Sie wird bei einer Größe von 260 Tausend Hektar bleiben. Bei der Ernte 2016 war der durchschnittliche Ertrag pro Hektar 1,8 MT. Man geht nicht davon aus, dass das High von 2016 bei der diesjährigen Ernte wieder erreicht wird.
Dieses Jahr wird die produzierte Menge bei rund 455 Tausend MT liegen. Der Ertrag pro Hektar erreicht 1,75 MT. Dies ist eine Verschlechterung zu letztem Jahr, wo der Ernteertrag bei 486 Tausend MT lag.
Russland
Die Produktion von 11 Millionen MT Sonnenblumenkernen in 2017 (10,8 Millionen MT in 2016) wird das Ergebnis eines durchschnittlichen Ernteertrags von 1,54 MT pro Hektar (1,51 MT/ha in 2016) sein, vervielfacht durch 7,400 THektar Anbaufläche in 2017 (7,500 THektar in 2016). Die Entwicklung des Ertrags pro Hektar ist aber sehr stark abhängig von den gegebenen Wetterverhältnissen.
Sonnenblumenkerne dominieren immer noch die gesamte Ölsaaten-Produktion in Russland. Die Nachfrage ist groß, die Erntemenge geringer.
Der Anbau von Sonnenblumen bringt den Landwirten in Russland höhere Renditen aufgrund der stabilen Nachfrage auf dem heimischen Markt, selbst wenn die Ernteerträge geringer ausfallen. Wenn Sonnenblumen Jahr für Jahr auf denselben Feldern angebaut werden, wird der Boden dadurch ausgelaugt und dies führt zu einem höheren Risiko für Schädlingsbefall. Diese Begründung wird auch von offizieller Seite genannt, um den Anbau von immer mehr Sonnenblumen zu rechtfertigen. Somit würden dann alle möglichen Widrigkeiten ausgeglichen werden.
Es wird geschätzt, dass in 2017/18 aus ca. 10,4 Millionen MT Sonnenblumenkernen ungefähr. 4,3 Millionen MT Sonnenblumenöl gepresst werden. Dabei werden die Kapazitäten in den Ölmühlen weiter steigen, da der Inlandsverbrauch insgesamt bei ca. 10,9 Millionen MT liegen soll. Es wird erwartet, dass ca. 2,15 Millionen MT auf dem Inlandsmarkt konsumiert werden.
Blickt man nun schließlich auf die Sonnenblumenkern-Ernte 2017 ist aktuell ein sehr attraktives Preislevel im Markt festzustellen. Sowohl Industriekunden als auch Großhändler decken derzeit große Teile ihres Jahresbedarfs, resultierend aus diesem offensichtlich sehr attraktiven Preisniveau. Gegenwärtig befindet sich der Preis der neuen Ernte verglichen mit dem Vorjahr auf Bestpreisniveau. Somit haben wir zu diesem schon sehr frühen Zeitpunkt der Saison einen aktiven Markt. Wir empfehlen jetzt die Deckung Ihres Bedarfs für die Ernte 2017.
Bitte kontaktieren Sie uns bei weiteren Fragen. Wir freuen uns, Ihnen ein Angebot machen zu können.
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