
Wohin geht die Reise?
„So düster sah es noch nie aus …“ klagen allerorten die chinesischen Marktteilnehmer.
„Kein November in den letzten Jahrzehnten, der so wenig Nachfrage mit sich brachte“.
Woran mag es liegen, dass es kaum Nachfrage aus der EU und den USA gibt, dass selbst die Röstbetriebe des Inlandsmarktes die Kaufaktivitäten fast eingestellt haben?
Vor wenigen Wochen waren wir in China unterwegs und konnten in viele traurige Gesichter blicken:
Traurige Farmer, weil sie auf noch mehr als der Hälfte ihrer Kürbiskerne aus der aktuellen Ernte sitzen. Die Abgabepreise sind so schlecht, dass sie lieber auf bessere Zeiten warten, als unter Preis zu verkaufen.
Traurige Aufkäufer, da sie bisher kaum Ware verkaufen konnten. Weniger Umsatz bedeutet für sie weniger finanzielle Mittel, um weiteren Umsatz zu generieren.
Traurige Inhaber von Röstbetrieben, die normalerweise mit Beginn der neuen Ernte ihre stinkenden Kohleöfen anwerfen und rösten, was das Zeug hält, denn zum chinesischen Neujahrsfest wollen 1,4 Milliarden Landsleute Kürbiskerne knabbern. Im Oktober mussten die Öfen ruhen, damit die chinesische KP einen „ungetrübten“ Parteitag in Peking abhalten konnte. Diese Parteitage sollen ja bekanntlich dem Weitblick dienen, das klappt bei einem versmogten Himmel nur schlecht…
Der Parteitag ist vorbei, aber die Öfen dürfen noch immer nicht angeheizt werden. Die Regierung hat der Umweltverschmutzung den Kampf angesagt, demzufolge die Röstbetriebe erst wieder ans Netz gehen dürfen, wenn sie auf Gasbrenner umgestellt haben. Unter „Röstbetriebe“ müssen wir uns sehr viele kleine Hinterhofbetriebe vorstellen, die über den ganzen Norden Chinas verteilt sind. Nachts, wenn man schwarze Rauchwolken nicht ausmachen kann, werfen einige den Ofen an, retten sich so vor der Investition in eine Gasflasche und den Brenner. Das lässt ahnen, über welche Finanzkraft diese Kleinstunternehmer verfügen…
Auch diese „Einzelkämpfer“ benötigen laufenden Umsatz, um Geld für weitere Ware zu generieren. Bleibt der Umsatz aus, bleibt der Ofen aus bzw. bleiben viele Öfen aus und damit stagniert die Nachfrage in diesem größten Kürbskernmarktsegment.
Traurige Inhaber von Schälbetrieben/Exporteuren, da sie viel zu wenig Aufträge in den Büchern haben und sich vor allem keinen rechten Reim darauf machen können, weshalb die ausländischen Käufer so zurückhaltend sind. Die wenigen Aufträge, die sie bisher platzieren konnten, werfen keinen Profit ab, dafür waren die Rohwarenpreise zu hoch.
Woran liegt es?
Wie in viele Fällen ist auch diese Situation nicht auf ein ausschlaggebendes Ereignis zurückzuführen. Wir hätten das immer gerne, denn damit könnten wir diese Situation – und manchmal die Welt – einfach erklären. Doch auch diese Kürbiskernsituation ist komplex.
Wir wollen den vielen Gerüchten aus und über China nicht noch weitere hinzufügen. Auch wir können die tatsächlichen Ursachen nicht eindeutig ausmachen. Wir können nur versuchen den Markt intensiv zu beobachten und die richten Schlüsse daraus zu ziehen.
Auch wenn die Märkte nicht günstig sind, so durften wir auch in freudige Augen in China blicken:
Unser langjähriger Lieferant hat seine Anlage im Sommer nachgerüstet. Eigentlich war es mehr ein Aufrüsten, denn er hat technologisch nicht nur nachgezogen sondern neue Maßstäbe gesetzt.
Wir von Tampico setzen uns ja gerne mit innovativer Technik auseinander, da wir die Möglichkeit haben, vieles in unseren Partnerbetrieben bei unterschiedlichen Produkten umzusetzen. Unseren langjährigen Kürbiskernpartner konnten wir überzeugen, in die neueste Lasertechnologie europäischer Herkunft zu investieren. Eine Technologie, die jetzt auch bei Kürbiskernen hervorragende Dienste leistet.
Ja, ich nehme es gleich vorweg, diese Technolgie erfordert ein höheres Investment als optische Sortierer und natürlich ist unsere Fertigware dadurch nicht die billigste im Markt – aber billig kann ja jeder …
In Südtirol, meinem Lieblingsort (neben der Firma), steht ein herrlicher Spruch an der Straße:
„Wir kennen von vielen Dingen den Preis, aber nicht mehr den Wert!“
Was tut sich nun aktuell:
Die Rohwarenpreise für shine skin sind in den Anbaugebieten im Nordwesten Chinas gestern um ca. US$50 gestiegen. Hintergrund: Die Nachfrage aus dem Ausland, insbesondere aus USA hat etwas Fahrt aufgenommen.
Gut möglich, dass diese Nachfrage mit den anstehenden Festtagen in EU und USA, wie auch in China zu tun hat. Das Neujahrsfest in China findet Mitte Feb. 2018 statt, also ungewöhnlich spät.
Die letzen Verschiffungen werden Mitte Januar stattfinden können. Für Verschiffung Mitte Januar muss die Order ca. 3 Wochen vorher erfolgen – also zu unserer heiligen Weichnachtszeit.
Da in der letzten Woche vor Weihnachten auch bei uns nicht viel läuft, bleiben noch knapp 4 Wochen um den voraussichtlichen Bedarf bis ca. Mitte April abzudecken. Denn vor Mitte April werden kaum Kürbiskern-Container aus China ankommen. Das chinesische Neujahrsfest dauert 2 Wochen, bis dann die Nation wieder am Arbeitsplatz sitzt und Normalität einkehrt werden 3-4 Woche um sein, d.h. die ersten Verschiffungen können Anfang/Mitte März beginnen. Ankunft Mitte April 2018.
Prüfen Sie Ihren Bedarf für diesen ungewöhnlich langen Zeitraum. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Nachfrage vielleicht nun doch etwas an Fahrt gewinnt.
Wenn Sie mehr wissen wollen zum „Wert“ unserer Kürbiskerne, oder der aktuellen Marktentwicklung fragen Sie uns gerne.
Helmut U. Stummvoll
Tampico Trading – More than 30 Years of Success
“We only deal in a few well selected foodstuffs – but for these we are experts!”
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